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Sport

der fisch bei den Bieler Lauftagen

Ein Erlebnisbericht

"Einmal mußt du nach Biel!" Das war der Spruch der mir schon jahrelang nicht aus dem Kopf ging. Für Leute die mehr als Marathon laufen wollen, eine Pflichtübung. Beim diesjährigen 44. Lauf sollte mein Wunsch in Erfüllung gehen.

Da der Start am Freitag um 22:00 Uhr ist, fuhren wir (Hannes und ich) schon am Donnerstag Abend mit dem Liegewagen nach Biel; Ankunft im Laufe des Vormittages. Tagsüber war es drückend heiß und schwül sodaß man wirklich froh sein konnte in der Nacht laufen zu dürfen.

2350 Teilnehmer stellten sich der Herausforderung. Es war ein eindrucksvolles Bild, als sich die illustre Gesellschaft von Wüstenmarathon-Athleten, Teilnehmern des Spartathlons und Swiss Alpine Marathons durch die Stadt in das EXPO-Gelände am Seeufer bewegte; lebhaft akklamiert von den vielen Zuschauern. Wir überquerten als Attraktion die HELIX, eine Brücke, die in einem Bogen das hellerleuchtete EXPO-Gelände am Bielersee erschließt.

Dann tauchten wir zum ersten Mal in die Dunkelheit ein, um aber kurz darauf wieder durch tausende Zuschauer aus den Gedanken gerissen zu werden. So ging es nun stundenlang weiter: Laufen in der Dunkelheit, man ist mit sich selbst beschäftigt - volle Konzentration auf den Weg - Orientierung an Läufern mit Stirnlampe und an den roten Lichtern der vielen Begleitfahrräder, die sich wie ein rotglühender Lindwurm durch die Dunkelheit bewegten. Über dir der Mond und der Sternenhimmel, der sich langsam im Laufe der Stunden zu drehen schein [und es auch tatsächlich tut!].

biel1_02.jpg (39.3KB)Plötzlich wieder Licht und Lärm! Wir sind im nächsten Dorf - die Leute sind noch weit nach Mitternacht auf der Straße oder in den Gärten der Dorfgasthäuser. Es tut gut ein wenig angefeuert zu werden, zumal, wenn es wie bei mir zu Anfang nicht so richtig läuft und das dauernde Hügelauf und Hügelab schwere Beine macht, die dann später zum Verhängnis werden können. Ich freue mich über jede Gelegenheit, wie Verpflegungsstationen oder die vielen Brunnen, die man nur am Plätschern des Wassers erkennt, um eine kurze Rast einzuschalten.

Vielleicht ist es der Respekt vor der großen Unbekannten - der noch nie gelaufenen Distanz - und der Angst vor dem möglichen Scheitern. Auf jeden Fall ging es nach dem Erreichen der 50 km Marke zügiger voran, eine Art Aufbruchstimmung erfaßte mich, bis mich dann bei 70 km Krämpfe in die Wirklichkeit zurückholten!.

Einige Male mußte ich Halt machen und meine Beine mit "Sportsmate" massieren. Bis spät in die Nacht waren Zuschaue unterwegs und feuerten uns an. Um halb 3 Uhr begann schon die Morgendämmerung, es ging durch die Felder und Auen des Aareflusses, dem sogenannten "Ho Tschi Minh-Pfad". Endloses Vogelgezwitscher und ein endloser Pfad! Bei 80 km kommt dann noch eine unangenehme Steigung und ein langes Bergabstück, bis man sich in der Ebene vor Biel befindet. Der letzte Abschnitt ist der unangenehmste: Es ist schon Vormittag, heiß und schwül, zum Teil herrscht Straßenverkehr, dann kommen wieder Feldwege an der Autobahn - nichts, was das Auge so richtig erfreuen kann.

Ein "Doping" war mir vergönnt, als ich bei der vorletzten Verpflegungsstation ein Fläschchen "Feldschlösschen" (ein schweizer Bier) entdecket und er Betreuer mir einen Schluck spendierte; das mobilisierte noch einmal die Reserven für den Endkampf, der letztlich eine Überwindung seiner selbst ist.

Das Gefühl es geschafft zu haben, ist goldes wert, nach soviel Anstrengung relativiert sich die Wertigkeit vieler Dinge, denen man vielleicht noch kurz davor viel Bedeutung zugemessen hätte.

biel.jpg (17,1KB), (c) Hannes SteinerIch fand es anstrengender als den z.B. den "Swiss Alpine Marathon", weil in Biel das psychologische Element des endlos erscheinenden Schlußteiles in einer wenig anziehenden Umgebung hinzukommt.

Marathon in Biel

Hannes nahm am Marathon in Biel teil. Start: Samstag, 9:00 Uhr. Als ich ins Ziel kam, hatte Hannes gerade eine Runde vollendet. Vier mal ging es vom Eisstadion, dem Start- und Zielgelände sowohl des 100 km Laufes als auch des Marathons, in das Stadtzentrum auf einer nur halbseitig gesperrten Strecke, fast keine Zuschauer trotz der Militärweltmeisterschaft und Spitzenzeit von 2:08! Hannes konnte sich jedenfalls auf 3:15 steigern.

Autor: Hanns